Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit periapikalen Läsionen

Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit periapikalen Läsionen

Diese endodontische Behandlungsmethode wird angewendet, wenn sich an der Wurzelspitze oder im umgebenden Knochengewebe eine Infektion und ein Gewebeverlust entwickeln. Solche Läsionen entstehen meist durch eine langanhaltende Infektion der Zahnpulpa, unbehandelte tiefe Karies oder fehlgeschlagene frühere Wurzelkanalbehandlungen. Sobald sich eine Läsion bildet, bleibt die Infektion nicht mehr auf das Zahninnere beschränkt, sondern breitet sich von der Wurzelspitze in den Kieferknochen aus und führt dort zu einer entzündlichen Reaktion. Das Hauptziel der Wurzelkanalbehandlung ist die vollständige Entfernung des infizierten Zahngewebes und das Stoppen dieser Ausbreitung.

 

Die Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit Läsionen dient nicht nur der Schmerzbeseitigung. Sie zielt auch darauf ab, ein biologisch geeignetes Umfeld für die Regeneration des Knochengewebes wiederherzustellen. Bei korrekt durchgeführter Behandlung kann der Körper den betroffenen Bereich im Laufe der Zeit reparieren und neues Knochengewebe bilden. Dadurch bleibt der Zahn funktionstüchtig im Mund erhalten. Der Erhalt des natürlichen Zahnes anstelle einer Extraktion ist ein zentrales Prinzip der modernen Zahnmedizin.

 

Warum ist eine Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit Läsionen notwendig?

 

Der Hauptgrund für die Notwendigkeit einer Wurzelkanalbehandlung bei einem Zahn mit Läsion liegt darin, dass die Infektion ein Stadium erreicht hat, das von den natürlichen Abwehrmechanismen des Zahnes nicht mehr kontrolliert werden kann. Stirbt der Zahnnerv ab, wird das Zahninnere zu einem idealen Nährboden für Bakterien. Diese breiten sich über die Wurzelspitze aus und verursachen eine Entzündung im Knochengewebe. Die Läsion ist das Ergebnis dieses Prozesses und zeigt eine aktive Infektion an.

 

In solchen Fällen reichen Schmerzmittel oder vorübergehende Maßnahmen nicht aus. Die Infektionsquelle befindet sich im Inneren des Zahnes und schreitet ohne Entfernung weiter fort. Die Wurzelkanalbehandlung entfernt das infizierte Gewebe und verschließt die Wurzelkanäle bakteriendicht, wodurch eine erneute Vermehrung von Bakterien verhindert wird. Das Immunsystem kann anschließend den Heilungsprozess einleiten. Daher sollte die Behandlung nicht verzögert werden.

 

Mögliche Folgen bei Nichtdurchführung der Wurzelkanalbehandlung

 

Wird bei einem Zahn mit Läsion keine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt, kann sich die Infektion im Laufe der Zeit ausbreiten. Anfangs verläuft dieser Prozess oft symptomarm, später können jedoch starke Schmerzen, Schwellungen im Gesichtsbereich und Abszesse auftreten. Die Infektion kann sich auf Weichgewebe ausdehnen und in seltenen Fällen sogar den gesamten Organismus betreffen.

 

Unbehandelte Läsionen führen zu fortschreitendem Knochenabbau. Der kontinuierliche Verlust des Knochengewebes an der Wurzelspitze schwächt die Zahnverankerung, sodass eine Extraktion unvermeidbar werden kann. Auch benachbarte Zähne können in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine verspätete Behandlung führt häufig zu aufwendigeren und kostenintensiveren Maßnahmen.

 

Sitzungsplanung bei der Wurzelkanalbehandlung von Zähnen mit Läsionen

 

Die Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit Läsionen kann meist nicht in nur einer Sitzung abgeschlossen werden. Ausmaß der Infektion, Größe der Läsion und die anatomische Struktur des Zahnes bestimmen die Anzahl der Sitzungen. In den meisten Fällen sind zwei oder mehr Termine erforderlich. In der ersten Sitzung werden infizierte Gewebe entfernt, die Kanäle aufbereitet und mit medikamentösen Einlagen desinfiziert.

 

In den folgenden Sitzungen wird kontrolliert, ob die Infektion unter Kontrolle ist, und die Wirkung der Einlagen bewertet. Bei geeigneter Situation erfolgt anschließend die definitive Wurzelfüllung. Bei großen Läsionen wird der Heilungsverlauf engmaschig überwacht und gegebenenfalls die Anzahl der Sitzungen erhöht. Diese kontrollierte Vorgehensweise ist entscheidend für den langfristigen Zahnerhalt.

 

Heilungsverlauf der Läsion nach der Wurzelkanalbehandlung

 

Die Heilung der Läsion nach einer Wurzelkanalbehandlung ist ein zeitabhängiger biologischer Prozess. Nach Beseitigung der Infektionsquelle beginnt der Körper, entzündliches Gewebe abzubauen und neues Knochengewebe zu bilden. Obwohl erste Heilungsprozesse innerhalb weniger Wochen einsetzen können, ist der radiologische Nachweis oft erst nach Monaten oder sogar bis zu einem Jahr möglich. Größe der Läsion und das Immunsystem des Patienten beeinflussen den Verlauf maßgeblich.

 

Nicht jede Läsion heilt gleich schnell. Kleinere Läsionen bilden sich meist rascher zurück, während bei ausgedehntem Knochenverlust längere Heilungszeiten erforderlich sind. Regelmäßige Röntgenkontrollen dienen der Verlaufskontrolle. Bei korrekt durchgeführter Behandlung und adäquater Restauration kann ein Großteil der Läsionen vollständig ausheilen.

 

Häufig gestellte Fragen zur Wurzelkanalbehandlung bei Zähnen mit Läsionen

 

Ist eine Wurzelkanalbehandlung auch ohne Schmerzen notwendig?

Auch ohne Schmerzen kann eine aktive Infektion vorliegen. Schmerzfreiheit schließt die Behandlungsnotwendigkeit nicht aus.

 

Können Läsionen allein mit Antibiotika ausheilen?

Antibiotika können vorübergehend Symptome lindern, beseitigen jedoch nicht die Infektionsquelle. Eine Wurzelkanalbehandlung ist erforderlich.

 

Kann die Läsion nach der Behandlung erneut auftreten?

Bei korrekt durchgeführter Behandlung ist das Risiko gering. Bei Undichtigkeiten oder Neuinfektionen kann es jedoch zu einem Rezidiv kommen.

 

Können Zähne mit Läsionen ohne Extraktion behandelt werden?

Viele Zähne mit Läsionen können erfolgreich mittels Wurzelkanalbehandlung erhalten werden und langfristig funktionstüchtig bleiben.

 

Autor: Dt. Niran Uluçay

 

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Diese Seite wurde aktualisiert 10 Februar 2026 13:59